Was ist normal?
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In diesem Artikel möchte ich der Frage nachgehen, was normal ist oder als solches gilt. Inspiriert hat mich ein Buch des Medien- und Kommunikationswissenschaftlers Norbert Bolz. Im Kern beschäftige ich mich mit Familie und Kindererziehung. Bolz‘ Buch greift das Thema viel weiter.

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Betrachtet man das gesellschaftlich vorhandene Bild der Familie in der heutigen Zeit, so stellt man fest, dass sie in weiten Teilen der Bevölkerung in ihrer Bedeutung verloren hat. Schon 1901 stellt Thomas Mann mit dem Roman „Buddenbrooks“ den Verfall einer Familie dar.

Ich persönlich erachte die Familie als wesentlich für eine Gesellschaft, da sie die Mitglieder auf ihre Rolle in ihr vorbereitet. Eltern vermitteln ihren Kindern Werte und Verhaltensweisen, um sich später zurechtzufinden.

Wie ist das zu verstehen? Familien bilden die Welt der akzeptablen Ungleichheit: es werden freiwillig Opfer gebracht. Kinder aufzuziehen und eine Ehe zu führen, erfordert aus der Perspektive einer Kosten-Nutzen-Kalkulation irrationale Opfer.

Norbert Bolz: Zurück zur Normalität, S. 87

Was ich aktuell beobachte, ist eine Abkehr von diesem klassischen Begriff, bei dem man Familie sogar als Institution begreifen kann. Heute wird jede Form der Partnerschaft der Familie gleichgestellt. Es geht sogar soweit, dass Familien, die ein klassisches Bild zeigen, von außen kritisch betrachtet werden.

Was meine ich mit klassisch?
Ich verstehe darunter die Rollenverteilung in einer Familie, bei der die Frau die Kinder betreut und das Haus umsorgt, während der Mann auf die Jagd geht – im heutigen Sinnen auf die Jagd nach Geld.

Seltsamerweise geht mit zunehmender Toleranz (Selbstbestimmung oder LBGTQ+ seien hier als Beispiele genannt) gegenüber den verschiedenen Lebensmodellen eine zunehmende Intoleranz gegenüber der klassischen Familie einher. Jeder Mann, der das oben beschriebene Modell propagiert, muss damit rechnen, als Patriarch beschimpft zu werden, selbst wenn er versichert, dass diese Arbeitsteilung innerhalb der Familie auf gerechte Absprachen auf Augenhöhe basiert. Dem wird häufig schlicht kein Glaube geschenkt.

Die Ehe, egal wie sie innerhalb gelebt wird, ist grundsätzlich ein Versprechen auf Lebenszeit. Egoismus und Selbstverwirklichung nehmen nicht die zentrale Rolle ein.

Die zunehmende Gleichberechtigung der Frau gipfelt zuweilen in der Ansicht, dass alles gerecht verteilt sein muss. Ich bin ein Verfechter einer Gleichberechtigung, die die biologischen Gegebenheiten eben nicht außen vor lässt. Man sollte Gleichberechtigung bitte nicht mit Gleichmacherei verwechseln. Es ist nunmal eine biologische Tatsache, dass Frauen Kinder gebären, da ist es ziemlich sinnlos, dagegen zu opponieren. Damit ergibt sich allerdings, dass Frauen entweder diese zugewiesene Rolle akzeptieren oder schlicht keine Kinder bekommen.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Frauen heute sich für Beruf und Karriere entscheiden. Ich lehne es aber ab, so zu argumentieren, als wäre die Fürsorge innerhalb der Familie keine ehrenwerte Arbeit.

Die Erfindung der Pille und der enorme Ausbau der staatlichen Maßnahmen zur Kinderbetreuung haben letztlich dazu geführt, dass die klassische Familie ein Auslaufmodell ist, mit allen Folgekosten, gerade für die Kinder…

Die Ehe löst das Problem übersteigerter Erwartungen an die Liebe durch Monotonie. Mit anderen Worten, in der Ehe verzichten die Partner auf die Optimierung ihrer Selbstdarstellung. Und daraus folgt, dass sich eine funktionierende Ehe fortschreitend als ein Lernprozess gestaltet. Es ist ein Lernprozess, in dem jeder Partner die Enttäuschungen über die Eigenart des anderen verarbeitet.

Norbert Bolz: Zurück zur Normalität, S. 94

In Zeiten, in denen Kinder als Altersvorsorge galten, war es dringend geboten, dass die Familie zusammenhält. Heute sieht das ganz anders aus. Ein Bund bis zum Tod würde bedeuten, dass ich im Moment der Eheschließung bereits weiß, dass ich ein Leben lang immer wieder verzichten oder Kompromisse suchen muss. Eine Ehe zu führen ist harte Arbeit, selbst dann, wenn sie auf einem Fundament steht, das mit Liebe gegründet ist. Die Folge dieser Überlegungen führt dazu, dass Paare entweder gar nicht oder sehr spät heiraten und die Zahl der Nachkommen stetig sinkt.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Grafiken/Bevoelkerung/2025/_Interaktiv/20250717-geburten-zusammengefasste-geburtenziffer.html?nn=206104

Es ist deutlich erkennbar, dass die Geburtenziffer (also die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau) von 2,5 Mitte der 60er sich auf 1,35 im letzten Jahr faktisch halbiert hat.

Als sehr problematisch erachte ich die aktuelle Familienpolitik, die vor allem mittels Ganztagsbetreuung in Kindergarten und Schule ein eindeutiges Signal in Richtung Erwerbstätigkeit der Frau sendet. Leider ist der Effekt, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, seit Jahren ausgeblieben. Eventuell ist es sinnvoll, über die politischen Weichenstellungen erneut nachzudenken, selbst auf die Gefahr hin, dass der Wirtschaft Arbeitskräfte verlorengehen.

Betrachten wir die aktuelle Situation aus Sicht der Kinder.

Die unterschiedlichen Lebensmodelle (alleinerziehende Frauen oder auch Männer, Patchwork-Familien, homosexuelle Paare mit Kindern usw.) sorgen für Instabilität in den Lebensverhältnissen der Kinder. Aus deren Sicht geht die feste Größe zweier Partner – der Eltern – auf die sie sich verlassen können, verloren. Mädchen alleinerziehender Mütter kennen die Rolle des Mannes in der Beziehung wenig bis gar nicht, was langfristig dazu führt, dass Männer in künftigen Beziehungen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Jungen in dieser Situation nehmen Schaden, da sie keine männlichen Vorbilder mehr finden. Denken Sie nur daran, dass in Kindergärten und Grundschulen überwiegend weibliche Mitarbeiter zu finden sind.

Kinder brauchen verlässliche Bindungen zu beiden Elternteilen. In ständig wechselnden Lebensmodellen ihrer Eltern finden sie diese aber nicht. Trennungen haben heute fast schon etwas Normales. Was für die Eltern zumindest schwierig ist, erweist sich für die Kinder als nicht wieder gutzumachender Schaden.

Betrachten wir noch einmal die klassische Ehe.

Die Aufgabe des Mannes besteht darin, die Ehe mit seiner technischen Führung zu erhalten, die Frau hingegen sorgt intern für das Weiterbestehen. Das heißt, wie weiter oben bereits beschrieben, dass die Frau im Umgang mit Kindern und Haushalt stark ist, währen der Mann die nötigen finanziellen Mittel besorgt, was zuweilen seitens der Feministen stark kritisiert wird.

Die Frau ist damit für den Arbeitsmarkt „verloren“. Ich würde dem entgegensetzen, dass genau diese Arbeitsteilung dazu führt, dass die Kinder genau das vermittelt bekommen, was sie langfristig lebenstüchtig macht. Das Problem liegt letztlich darin, anzuerkennen, dass diese Aufgabe der Führung eines kleinen Unternehmens gleich kommt.

Noch 2006 wurde diese Rollenverteilung sogar in der Werbung propagiert:

Ich würde den Vertretern des Feminismus entgegnen, dass genau diese Arbeitsteilung dafür sorgt, dass eine Ehe sehr effektiv funktioniert. Jeder konzentriert sich auf das, was er am besten einbringen kann. Lassen wir die Ökonomen dazu zu Wort kommen, würde sie dies wohl bestätigen. In Unternehmen ist es nämlich genauso, keiner kann und macht alles, ganz im Gegenteil, die Spezialisierung wurde immer weiter verfeinert.

Diese Arbeitsteilung hat natürlich auch eine hohe Bindungskraft, die man nicht mit Abhängigkeit verwechseln sollte. Ich denke, dass die ökonomische und emotionale Bindung Hand in Hand gehen, wie gesagt, immer unter der Voraussetzung, dass niemand auf den anderen Druck ausübt.

Die progressive Idee zur Gleichberechtigung, also die uneingeschränkte Möglichkeit zur beruflichen Karriere für Frauen, haben aus Sicht selbiger zwei Seiten: einerseits den Wunsch, einen Beruf erfolgreich auszuüben, andererseits die damit einhergehende Verkürzung der Zeit, die für die Familie zur Verfügung steht. Hier greift der Gesetzgeber ein und schafft Angebote, die meist mit „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ übertitelt sind.

Aus Sicht der Männer ist es ebenfalls zwiespältig, da sie nun Frauen in einer Doppelrolle derart gegenüberstehen, dass sie selbst in eine Doppelrolle geraten. Dem Kampf um Frauen wurde ein zweiter, nämlich der mit den Frauen, hinzugefügt.

Für mich erscheint das Ganze ziemlich verwirrend. Frauen gehen arbeiten, um einen Teil ihres Gehaltes dafür auszugeben, dass ihre Kinder betreut sind. Gleichzeitig gibt es Frauen, die genau diese Dienstleistung anbieten.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf sie Situation in der Schule eingehen. Das Ganztagsangebot (Unterricht von 08:00 Uhr bis mindestens 15:00 Uhr) wurde geschaffen, um oben angeführte Vereinbarkeit sicherzustellen. Das bedeutet, dass durch die längere Verweildauer der Kinder in der Schule die Hausaufgaben entfallen und in Form von Lernzeiten in der Schule erledigt werden. Hinzu kommt, dass mindestens drei Nachmittage (der Gesetzgeber definiert Ganztag damit, dass an mindestens drei Tagen der Unterricht erst am Nachmittag endet) verplant sind und der Raum für Freizeitaktivitäten deutlich verengt ist. Das Angebot ist für Eltern übrigens kostenfrei, lediglich ein optionales Mittagessen muss selbst bezahlt werden.

Meine Kritikpunkte:

  • Ein Großteil der Erziehungsarbeit wird Lehrern und Erziehern überlassen, denen die enge emotionale Bindung zu den Kindern fehlt. Stellen Sie sich bitte selbst die Frage, ob Sie sich Kinder anschaffen, um deren Erziehung langfristig fremden Menschen zu überlassen.
  • Die Rhythmisierung des Tages ist für familiäres Miteinander eher schädlich. Die Kinder verbringen einen Großteil ihrer Freizeit in der Schule.
  • Das häusliche Nacharbeiten des Unterrichts in Form von Hausaufgaben ist eingestampft auf wenige Lernzeiten, in denen die Aufrechterhaltung der Disziplin im Mittelpunkt steht. Zudem sollen 25 bis 30 Kinder individuell im Klassenverband unter Aufsicht eines Lehrers selbständig arbeiten. Nun ja…

Ich stelle es bewusst an den Schluss der Aufzählung, möchte aber nicht versäumen, auch die Lehrerseite zu beschrieben.

  • Lehrer im Nachmittagsunterricht sind wohl die mit Abstand teuerste Form der Beaufsichtigung. Wenn man bedenkt, dass durch den erweiterten Stundenumfang im Ganztag ergänzende Unterrichtsangebote wie Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht, Lernzeiten oder Sozialtraining und Berufswahlorientierung eingeführt wurden, ist die Besetzung dieser – nennen wir sie mal – Fächer maximal kostenintensiv.
  • Fragen Sie Lehrer zu diesem Thema, werden Sie wohl nur wenige finden, die jubelnd den Ganztag verteidigen. Das liegt aber nicht am berühmten „vormittags recht und nachmittags frei haben“, sondern an den ungünstigen Rahmenbedingungen, die so entstehen.

Auf den letzten Punkt möchte ich etwas genauer eingehen.

Aus Lehrersicht sind mindestens folgende zwei Punkte relevant. Zum einen der erhöhte Aufwand, die Kinder bei Laune zu halten, zum anderen die Einschränkung frei verfügbarer Arbeitszeit, die für Vor- und Nachbereitung dringend benötigt wird.

Zum Letzteren könnten Sie entgegnen, dass sich doch die Zahl der zu leistenden Wochenstunden nicht verändert hat. Das ist korrekt, allerdings verteilen sich diese Stunden nun anders. Es entstehen mehr und größere Lücken. Die räumlichen Voraussetzungen in den Schulen lassen es in den größeren Zeiträumen aber gar nicht zu, dass ein Lehrer sich auf besagte Vor- und Nachbereitung konzentrieren kann. Ganz nebenbei hat sich auch die Zahl der notwendigen Aufsichten erhöht, die leider nur zu einem geringen Teil in der Stundenbilanz berücksichtigt werden. Lediglich die Aufsicht in der Mittagspause wird mit 0,5 Stunden angerechnet. Was viele dabei aber vergessen, ist, dass damit die Mittagspause für den betreffenden Lehrer keine echte Pause ist. Wer Aufsicht führt, arbeitet. Alle anderen Behauptungen sind mit Verlaub Unsinn.

Zum erstgenannten Punkt möchte ich ergänzen, dass hier zwei Effekte zusammenkommen. Die Kinder sind am Nachmittag viel weniger konzentriert, es fällt ihnen schwer, dem Unterricht zu folgen. Gleichzeitig muss man auch den Erwachsenen zugestehen, dass ihre Tageskurve nach der Mittagspause ebenfalls kein Maximum hat, ganz besonders dann, wenn sie, wie eben beschrieben, eine Aufsicht hatten.

Kommen wir zum Hauptkritikpunkt – der Ganztagsschule als neue familienpolitische Norm:

Staatsdiener übernehmen die Erziehung der Kinder. Folglich legen diese im Rahmen der Vorgaben die Ziele fest: Integration, Inklusion, Demokratieerziehung. Eltern mieten diesen Service kostenfrei – all inclusive sozusagen. Meine Kinder werden so gemanagt, wie ich neuerdings bevorzugt Urlaub mache. Das Problem ist mit Olaf Scholz prägnant umschrieben:

Vier Milliarden Euro für Ganztagsschulen als Initialzündung, ein Gesetz, das 20 Prozent Krippenplätze vorschreibt, auch als erster Schritt zu einer viel größeren Wende. Und vielleicht kann man das so sagen: Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern.

https://www.deutschlandfunk.de/scholz-100.html

Meiner Ansicht nach muss sich der Staat aus den Familien heraushalten, statt mit Lockangeboten beschriebene Hoheit von hinten durch die kalte Küche zu erobern. So demontiert man die Familien, statt sie zu stärken. Vor allem nimmt es die Eltern aus der Pflicht. Entwickeln sich ihre Kinder nicht wie gewollt, können sie jetzt auf andere zeigen. Was für ein Irrsinn!

Vor dem Hintergrund eines überbordenden Feminismus ist das oben Gesagte mittlerweile ein Fauxpas, da hiermit nach Meinung seiner Vertreter die Rolle der Frau in der Gesellschaft eingeschränkt wird. Jede(r) muss alles jederzeit machen können. Dass Schwangerschaft und Geburt sowie die folgende Erziehung einschränkende Faktoren sind, wird nicht anerkannt, da es ja die beschriebenen Ganztagsangebote reichlich gibt.

Um es kurz und knapp zu formulieren: Es ist schlicht unmöglich, die liebevolle zugewendete Aufmerksamkeit von Eltern ihren Kindern gegenüber mit Aufsicht durch Lehrer und Erzieher zu ersetzen. Eine ganze Gesellschaft sachlich zu organisieren, ist schlicht unmöglich.

Die Folgen: ADHS, soziale Inkompetenz, niedrige Frustrationstoleranz usw.

Die vermeintlichen Lösung: Sozialarbeiter, Kinderpsychologen, Medikamente usw.

Kinder brauchen Zuwendung und Liebe, sie sind noch keine Erwachsenen, auch wenn sie heute oft so behandelt werden. Weil Eltern ihr Leben leben wollen – nicht zuletzt, weil man es ihnen dauernd einredet – , sind die Kinder die Leidtragenden, über die gleichzeitig behauptet wird, dass sie doch schon so früh so selbständig sind. Mit anderen Worten: Die Verfehlungen der Eltern werden mit einer Glorifizierung der Kinder überdeckt.

Jetzt kommt es dabei zu einem Zirkelschluss. Ich habe sehr oft das Argument gehört, dass es für manche (viele?) Kinder besser sei, dass sie in der Ganztagsbetreuung Menschen vorfinden, die sich um sie kümmern. Das bejahe ich sogar. Allerdings gebe ich gleichzeitig zu bedenken, das sich hier eine Prophezeiung selbst erfüllt. Indem die Politik den Familien immer weiter vermittelt, dass sich Schulen und Kindergärten, ja sogar Krippen um ihre Kinder kümmern, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass die Eltern einen immer größeren Teil ihrer Verantwortung delegieren.

Eine gute Schulpolitik ist untrennbar mit einer sinnvollen Familienpolitik verknüpft. Wenn sich beide Politikfelder aber der Bereitstellung von Frauen als Arbeitskräfte verschrieben haben, kann man nun beim besten Willen nicht von Sinnhaftigkeit im Interesse der Kinder sprechen. Wirtschaftsbosse sehen das sicher ganz anders, wobei auch das viel zu kurz gedacht ist, da nämlich diese Generation Kinder langfristig im Berufsleben nur schlecht zurecht kommen wird, was wieder schlecht für die Bosse ist – noch ein Zirkelkonflikt.

Es ist fatal, Familienleben monetarisieren zu wollen. Kinder zu haben bedeutet Einschränkungen in vielen Bereichen und Aufgabe von Bequemlichkeit. Auf der Habenseite ist die Freude an den Kindern, die man allerdings – und da liegt ein Problem der heutigen Betrachtungsweise – nicht in Geld auszahlen kann. Der Wert der sozialen Bindungen befähigt die Kinder langfristig, sich im Leben zurechtzufinden. Darin liegt am Ende der auch finanziell messbare Vorteil, wenn man diesen betrachten möchte.

Schaue ich erneut in die Schule, so stelle ich fest, dass Leistungsbereitschaft und auch -wille stark nachgelassen haben. Viele Kinder sind zunehmend weniger belastbar, ihre Konzentrationsspanne ist kurz, ihr Sozialverhalten defizitär. Wenn wir an dieser Stelle das Thema Smartphone und soziale Medien als eine der Ursachen aufmachen, landen wir am Ende wieder bei der Pflicht der Eltern, hier regulierend einzugreifen. Statt dessen höre ich allerlei Ausreden, am häufigsten die, dass das eigene Kind ja nicht ausgegrenzt sein soll, weil es das einzige ist, das kein Handy hat. Dann wären da auch noch die Tabletklassen, die staatlich gefördert sind. Lesen Sie gern hier weiter.

Ich glaube, dass nur ein komplettes Umdenken die Probleme langfristig lösen kann. Die Familienpolitik muss viel mehr auf die klassische Familie ausgerichtet werden. Die Ganztagsbetreuung in der bestehenden Form muss abgeschafft werden. Statt dessen sollten die Gelder viel mehr in Freizeitangebote gesteckt werden, die Sportvereine würden sich ganz sicher über eine Finanzspritze freuen. Geben Eltern ihre Kinder in fremde Obhut, muss das kostenpflichtig sein. Der Anreiz sollte eher sein, dass die Familie die Obhut übernimmt. Es braucht sicher auch arbeitsrechtliche Regelungen, die gerade in den ersten Lebensjahren der Kinder ein sinnstiftendes Familienleben ermöglichen. Es muss schlicht attraktiv sein, Kinder zu bekommen. Die Frage darf nicht lauten, ob man Kinder möchte, sondern viel mehr, wie viele.

Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Es geht mir nicht darum, Frauen an den Herd zu zwingen, sondern viel mehr um die gesellschaftliche Akzeptanz eines klassischen Familienmodells und die politische Weichenstellung dafür, dass dieses Modell attraktiv ist.

Dei eingangs gestellte Frage „Was ist normal?“ darf und muss jeder für sich selbst beantworten. Als normal betrachtet man im Allgemeinen das, was sich seit vielen Jahren bewährt hat. Eine strikte Definition gibt es nicht. Der Artikel soll eine Anregung sein, über die eigenen Grundsätze der Normalität im Bereich der Kindererziehung nachzudenken. Viel Spaß dabei.

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Von sp

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